Digitalisierungskompass 2018: Nachholbedarf für die Region Main-Rhön

Digitalisierungskompass 2018 für die Region Main-Rhön

Die Landkreise der Region Main-Rhön haben im Bereich der Digitalisierung ordentlich Nachholbedarf. Grund dafür ist laut der aktuellen Studie „Digitalisierungskompass 2018“ nicht nur die teils mangelhafte Breitband-Infrastruktur.

Unsere Studie zeigt, dass eine gute Breitband-Infrastruktur eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die digitale Fitness einer Region ist,

so die Autoren. Auffällig ist vor allem die fehlende Bedeutung der IKT-Branche für die Region Main-Rhön. Auch der dünne Arbeitsmarkt für digitale Berufe schlägt sich negativ aufs Ranking aus. Positive Ausnahme: der Landkreis Schweinfurt, der in dieser Teilkategorie Platz 63 unter allen 401 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten belegt.

Für die Studie haben die Prognos AG und die index-Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt jede Region auf Basis von 12 Indikatoren in den Kategorien Arbeitsmarkt, Beschäftigung, Gründung, Innovation und Infrastruktur bewertet. Dafür wurden jeweils ein bis fünf Sterne vergeben und zu einer Gesamtwertung zusammengefasst. Außerdem gibt es Bewertungen in den Teilkategorien „Breitband-Infratsruktur“, „digitaler Arbeitsmarkt“ und „IKT-Branche“.

Die Ergebnisse des Digitalisierungskompass 2018 für die Region Main-Rhön im Einzelnen:

landet als einziger der Region Main-Rhön im vorderen drittel (Platz 130) und kann sich eine Drei-Sterne-Wertung sichern. Vor allem in der Teilkategorie „Arbeit“ schneidet er gut ab. In dieser wird der Anteil „digitaler Impulsgeber“ am Arbeitsmarkt erhoben – das sind laut Studienautoren diejenigen Berufsgruppen, die Digitalisierung in der Wirtschaft vorantreiben und umsetzen.

schneidet leicht schlechter ab als der Landkreis: Platz 137 und ebenfalls drei Sterne in der Gesamtwertung. In der Region Main-Rhön bietet Schweinfurt die mit Abstand beste Breitband-Infrastruktur (Platz 75 von 401). Dieser Indikator floss allerdings nur mit 20 Prozent in die Gesamtwertung ein.

landet mittendrin im Ranking: Platz 208 und zwei Sterne insgesamt. Klingt bei fünf zu erreichenden Sternen wenig. Es landen aber fast die Hälfte aller Kreise und kreisfreien Städte in dieser Kategorie. Bei der Breitbandversorgung und dem digitalen Arbeitsmarkt reicht es immerhin zweimal für Platz 167, also deutlich für die obere Hälfte.

ist Sorgenkind Nummer eins. Er erreicht zwar noch eine Zwei-Sterne-Wertung, landet aber mit Platz 307 von 401 im hinteren Viertel. Hauptgrund für das schlechte Abschneiden ist laut Studie der schlechte Wert im Bereich „IKT-Branche“. Heißt: Die Informations- und Kommunikationstechnik als Arbeitgeber hat für den Landkreis quasi keine Bedeutung – weder im Bereich der Beschäftigten, noch der Unternehmensgründungen und auch nicht durch digitale Patente.

wurde nochmal schlechter bewertet als Rhön-Grabfeld. Platz 309 im Gesamtranking, ebenfalls eine (schlechte) Zwei-Sterne-Wertung. Der IKT-Branche geht es laut Studie dort zwar etwas besser als bei den nördlichen Nachbarn. In der Region Main-Rhön bietet der Landkreis Bad Kissingen aber den schlechtesten Arbeitsmarkt für digitale Berufe. Unter anderem wurden dafür Anzahl und Anteil relevanter Stellenanzeigen ausgewertet.

Die Studien-Autoren weisen darauf hin, dass Start-ups ein Motor der Digitalisierung sind. Regionen mit vielen Gründungen seien durch die daraus entstehenden Effekte oft auch in anderen Bereichen bzw. in der Gesamtwertung vorne dabei.

„Regionen können hier viel tun und passende Anreize schaffen. Das wird angesichts des unbestritten großen Nachholbedarfs beim Breitband manchmal vergessen,

so die Empfehlung von Prognos-Chef Christian Böllhoff.

Bundesweiter Vergleich: München auf Platz eins und zwei

Bundesweiter Gesamtsieger ist übrigens – tataaaa – nicht die Stadt München. Sondern der umliegende Landkreis. Oktoberfest-City landet „nur“ auf Platz zwei.

#fünfsterne+ fürs #isarvalley

Trotz durchwachsener Ergebnisse: Zum digitalen Hinterland gehört die Region Main-Rhön noch lange nicht. Das trifft aber auf viele Regionen im Norden und Osten Deutschlands zu. Diese erreichen oft nur Ein-Sterne-Wertungen, auch aufgrund der quasi nicht vorhandenen Breitbandversorgung. Schlusslicht beim Digitalisierungskompass 2018 ist der Kreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt.

 

Zu den Ergebnissen der Studie geht es hier.

Methodik und Hintergründe zur Studie unter www.digitalisierungskompass.info

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